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Was ist Beringia? Wir können heute nachvollziehen, dass dies so geschah, da vom heutigen Meeresboden in der Bering See genommene Bodenproben Pflanzenreste von Landpflanzen, die auf dem einst trockengelegten Meeresboden wuchsen, aufweisen. Dieses unermesslich große und weite Land war Heimat von Tieren, die wir heute noch hier antreffen, sowie von Arten die heute ausgestorben sind. Klicken Sie auf die Nummern im Übersichtsplan, um Text und in einigen Fällen auch Bilder zu den einzelnen Exponaten aufzurufen.
1. Scimitar
Katze (Homotherium serum) Scimitar Katzen waren, im Vergleich zu ihren Verwandten der Gegenwart (z.B. Löwe oder Gepard), wahrscheinlich Sohlengänger. Sie waren offensichtlich nicht so schnell wie die Mitglieder der heutigen Familie der Katzen, und verließen sich auf kurze, schnelle Sprints, um ihre Beute zu fangen. Diese Modell zeigt uns, wie die Scimitar Katze ausgesehen haben könnte. Es ist eine Annäherung, für die Löwe und Puma, zwei entfernte Verwandte innerhalb der Familie der Katzen, Vorbild gestanden haben. Im Yukon wurden bisher noch keine gefrorenen Kadaver der Scimitar Katze, sondern nur eine Vielzahl von Knochen gefunden. 2. Würdigung
der First Nations und Goldsucher Viele der Fossilien Beringias sind im Permafrostboden, der seit der letzten Eiszeit gefroren ist, erhalten geblieben. Goldsucher im Yukon und im angrenzenden Alaska tragen riesige Mengen dieses Permafrostbodens ab, um die darunterliegenden goldhaltigen Schotter zu erreichen. Auf diese Weise treten viele Fossilien, einschließlich Skelette von Giganten wie dem Mammut und dem Steppenbison, zu Tage. Manchmal werden sogar Kadaver gefunden - mit konservierter Haut, Muskelfleisch und Haaren. Wir sind den vielen Goldgräbern, die dazu beigetragen haben, dass diese Fossilien zusammengetragen wurden und für unsere Sammlungen, Studien und Ausstellung zur Verfügung stehen, dankbar. Sie haben auf hervoragende Weise zu unserem Verständnis für Vergangenheit des Yukon beigetragen. Lee Olynyk Ron Toews Über mehr als 30 Jahre hinweg haben die Vuntut Gwitchin Indianer aus Old Crow Wissenschaftler bei Forschungsarbeiten zur eiszeitlichen Geschichte Beringias in der Gegend um Old Crow geführt und unterstüzt. Beeindruckende Fossilien kommen noch immer an den Steilufern des Old Crow River und des Porcupine River im nördlichen Yukon zum Vorschein, während sich diese Flüsse weiter in die Ablagerungen urzeitlicher Seen einschneiden. Spuren der ersten Menschen Nordamerikas wurden im nördlichen Yukon gefunden. Die Beiträge der Einwohner von Old Crow zu Studien in dieser Gegend werden hier dankbar gewürdigt: Charlie Peter Charlie Charlie Thomas 3. Das
Yukon Beringia Interpretive Centre Spektakuläre Fossilienfunde durch Goldsucher während des Klondike Goldrush lenkten die Aufmerksamkeit der Welt auf die Vergangenheit des Yukon. Berühmt wurden auch Funde von Fossilien und von Menschenhand geschaffenen Gegenständen bei Old Crow. Mit ihrer Hilfe wurde die Ankunft der ersten Menschen in Nordamerika dokumentiert. Das Yukon Beringia Interpretive Centre stellt eine Einführung in die reichhaltige Geschichte Beringias dar und ist Ihr erster Schritt auf einer Reise zur Eiszeit. 4. Das
Wollhaarmammut (Mammuthus
primigenius) Zur Zeit der Wollhaarmammuts bildeten die größten Teile des nicht vergletscherten Yukon eine kalte, trockene Tundralandschaft, die reich an Gräsern und Salbeigewächsen war, jedoch kaum Bäume wachsen ließ. Wir bezeichnen diese Grasländer der Eiszeit heutzutage als Mammutsteppe". Die jüngsten Mammutfossilien Nordamerikas sind etwa 12.000 Jahre alt. Auf der Wrangel-Insel nördlich von Sibirien überlebte eine zwergwüchsige Version des Wollhaarmammuts bis in die Zeit vor etwa 4.000 Jahren. Das Wollhaarmammut war das am weitesten verbreitete Tier Beringias. Seine Größe entsprach der eines modernen asiatischen Elephanten und es wog mehr als drei Tonnen. Das hier ausgestellte Exemplar beruht auf einem in Wisconsin gefundenen Original. In den Geschichten der Ureinwohner sind Mammuts eine der wichtigsten eiszeitlichen Tierart. Berichte von Angriffen durch Mammuts, und vom Fallenstellen und Erlegen dieser riesigen Bestien", werden von allen Ureinwohnergruppen im Yukon überliefert. 5. Der
Kurznasige Bär (Arctodus simus) Diese gewaltigen Tiere waren fast ausschließliche Fleischfresser. Jüngste Untersuchungen zeigen auf, dass sie wahrscheinlich bevorzugten, Beute zu stehlen anstatt selber zu jagen. Die Kurznasigen Bären lebten im Yukon und in Alaska von vor ca. 44,000 bis zu 20,000 Jahren, während einer milderen Periode vor dem letzten Vorstoß der Eisfelder. Der Kurznasige Bär war nicht sehr nahe mit den heutigen Bären Nordamerikas verwandt. Sein nächster lebender Verwandte ist der Brillenbär in Südamerika. Während der ausgehenden Eiszeit lebten sie in nahezu allen Teilen Nordamerikas mit Ausnahme der südwestlichen Vereinigten Staaten. Die Kurznasigen Bären starben vor etwa 11,000 Jahren aus. Das hier ausgestellte Exemplar ist einem Originalskelett aus Illinois nachgebildet. 6.
Einführung zu Beringia Wir leben in außergewöhnlichen Zeiten. Man möchte glauben, dass unser heutiges Klima typisch ist, doch in den letzten zwei Millionen Jahren wurde die nördliche Hemisphäre von Eiszeiten beherrscht. Während den Eiszeiten breiteten sich gewaltige Gletscher in der nördlichen Hemisphäre aus und froren einen großen Teil der Wasservorräte der Erde ein. Die Meeresspiegel sanken weltweit um 100 bis 150 Meter, der Meeresboden der Beringsee wurde infolge dessen trockengelegt und eine Landverbindung zwischen Sibirien und Alaska entstand (auf der Karte grün dargestellt). Diese Landbrücke war Teil eines größeren, nichtvergletscherten Gebietes - Beringia. In Beringia haben sich niemals Gletscher gebildet, da die klimatischen Verhältnisse zu trocken waren. Beringia, besiedelt von den widerstandsfähigen Gräsern und krautartigen Gewächsen der Mammutsteppe, war Heimat der Giganten der Eiszeit: Des Mammuts, des Kurznasigen Bären, des Steppenbison und des Riesenbibers. Zum Höhepunkt der letzten Eiszeit kam der Mensch - der erfolgreichste aller Jäger - aus den sibirischen Steppen nach Beringia und eroberte das letzte Grenzgebiet für die Menschheit. Beringia verschwand zum Ende der letzten Eiszeit. Aber Teilgebiete dieses verlorenen Landes sind noch immer in Sibirien und in den nördlichen und zentralen Teilen Alaskas und des Yukon sichtbar. 7.
Die Beringianischen Epochen Beginnend vor etwa zwei Millionen Jahren breiteten sich wiederholt kontinentale Eisfelder in der nördlichen Hemisphäre und zogen sich wieder zurück. Wärmere Perioden, Zwischeneiszeiten genannt, trennten die Eiszeiten voneinander und dauerten oft Zehntausende von Jahren an. Während dem Pleistozän wurde das nördliche Nordamerika, Europa und kleine Teile Asiens von Eisfeldern bedeckt. Die bedeutensten Eisfelder Nordamerikas waren das Kordillieren-Eisfeld, das sich von den westlichen Gebirgsketten her ausdehnte, und das Laurentide-Eisfeld, das sich von der nördlichen Arktis her ausbreitete. Berggletscher kamen auch aus den Appalachen und anderen östlichen Gebirgen. Die letzte dieser Eiszeiten, die Wisconsinan (auch McConnell) Eiszeit begann vor etwa 70,000 Jahren und endete vor etwa 10,000 Jahren. Der Name Wisconsinan Eiszeit stammt vom US-Staat Wisconsin, wo Spuren der Vereisung gut erhalten geblieben sind. Die heutigen Klima- und Vegetationsverhältnisse haben sich in den letzten 10,000 Jahren (dem Holozän) etabliert. Viele Wissenschaftler sind der Ansicht, dass diese Wärmeperiode lediglich eine weitere Zwischeneiszeit darstellt. 8. Schienbein des Wollhaarmammuts 9. Gletscher
und Landschaftsformationen Beobachten Sie während Ihrer Reise durch den Yukon die unterschiedlichen Formen der Berge und versuchen Sie zu erkennen, welche vergletschert waren und welche nicht. Versuchen Sie, Felsen zu finden, die von anderen Orten herantransportiert wurden und sich offensichtlich von den anderen Gesteinen der Umgebung unterscheiden. Man bezeichnet diese Gesteine als "erratics". Viele von ihnen wurden durch Gletscher von ihren Ursprungsplätzen wegtransportiert. Wo Sie keine "erratics" entdecken können, befinden Sie sich eventuell in vormals unvergletscherten Regionen. 10. Fremd und vertraut Die eiszeitlichen Tiere Beringias umfassen sowohl fremde als auch vertraute Kreaturen. Gegen Ende der Eiszeit zogen einige dieser Tiere, wie zum Beispiel der Moschusochse, einfach in andere Gegenden. Andere, wie zum Beispiel Wolf, Luchs, Rotfuchs, Karibou, Dall-Schaf, Vielfraß, Kragen-Pfeifhase und der Schneehase befinden sich noch immer hier. Zum Ende der Eiszeit verschwand ein großer Teil der Tierwelt, darunter viele, die für die Eiszeit typisch waren. Wollhaarmammut, Kamel ("yesterdays camel"), Riesenbiber, Amerikanischer Löwe, Kurznasiger Bär und Scimitar Katze starben alle vor ca. 10.000 Jahren aus. Nicht alle dieser Tiere lebten zur selben Zeit in Beringia. Von Mastodon, Riesenbiber und vom Jeffersonschen Riesenfaultier ist bekannt, dass sie hier nur zu Zeiten zwischen den Vergletscherungen - als dieses Gebiet, wärmer, feuchter und stärker bewaldet war - gelebt haben. Andere Tiere wie die Saiga Antelope sind heutzutage nur in Asien anzutreffen. Es wird vermutet, daß die Saiga-Antelope hier nur während den Eiszeiten gelebt hat, als die Landschaft trocken, offen und mit Gräsern bewachsen war. Der Steppenbüffel ist ein gutes Beispiel für eine Art, die sich schnell an die Veränderungen anpasste. In vielen Fällen entdecken wir noch immer, wann und wie die Tiere Beringias lebten, und fügen so allmählich die Teile des Beringianischen Puzzles zusammen. 11. Das
Jeffersonsche Riesenfaultier (Megalonyx
jeffersoni) Das Jeffersonsche Riesenfaultier ist eine von mehreren Riesenfaultierarten, die die westliche Hemisphäre bewohnten. Es wurde zu Ehren des U.S. Präsidenten Thomas Jefferson, einem der ersten Paläontologen Nordamerikas, benannt. Das Riesenfaultier stammt ursprünglich aus Südamerika und zog vor etwa fünf Millionen Jahren nach Nordamerika. Das hier gezeigte Exemplar ist eine Rekonstruktion von in Alaska und im Yukon gefundenen Originalknochen, die offensichtlich aus der Zwischeneiszeit vor der Wisconsinan Eiszeit (vor 150,000 bis 130,000 Jahren) stammen. In dieser warmen Periode war ein großer Teil Beringias bewaldet, im Gegensatz zum von der Mammutsteppe dominierten Lebensraum, der in den meisten Schaubildern des Beringia Centres dargestellt wird. Fossilien des Riesenfaultiers wurden im Yukon in der Gegend von Old Crow gefunden, nicht jedoch in den Goldfeldern rund um Dawson City. Weiter südlich lebte das Jeffersonsche Riesenfaultier bis vor etwa 9.400 Jahren. 12. Das Leben
im Einklang mit dem Land Indem wir die Traditionen der Ureinwohner (First Nations) untersuchen, verstehen wir einige der regelmäßigen Tagesabläufe im Leben der Menschen Beringias. Über mehr als 20.000 Jahre hinweg sind die Menschen dem Zyklus der Jahreszeiten und den Wanderungen der Tiere gefolgt. Seit der letzten Eiszeit war das Karibou die Haupttierart, auf die sich die Jäger im nördlichen Yukon verließen. In einer Klimazone, die selbst einfachsten Landbau unmöglich machte, wurden die Techniken, die die Ernährung der "Beringianer" sicherstellten, bis zu den Anfängen dieses Jahrhunderts angewendet. 13. Winterlager 14. Filmsaal 15. Bedeutsame
Stätten Beringias Old Crow: Die Steilufer des Old Crow River und des Porcupine River schneiden mächtige eiszeitliche Ablagerungen an. Dort wurden einige der am besten und vollständigsten erhaltenen Tiere aus Beringia in ganz Nordamerika gefunden. Legenden der Vuntut Gwitchin-Indianer berichten von Mammuts, die in der Umgebung von Old Crow im Erdreich lebten. Waren diese Tiere dem Tode nahe bewegten sie sich nach Aussage der Legenden zum Fluss hin. Dies ist der Grund dafür, dass die Knochen dieser Tiere heutzutage aus den Steilufern dieser Flüsse austreten. Fort Selkirk: Einige der ältesten fossilen Überreste von Karibous in Nordamerika, etwa 1,6 Millionen Jahre alt, wurden an den Steilabbrüchen gegenüber von Fort Selkirk gefunden. Knochen von Tierarten der letzten Eiszeit wurden auch nahe der Mündung des Pelly River gefunden. Beaver Creek: Ureinwohner der Upper Tanana Region erzählen Geschichten davon, dass ihre Urahnen vor langer Zeit Mammuts jagten. Bedeutende paläontologische Funde wurden bei Verbesserungsarbeiten am Alaska Highway bei Beaver Creek gemacht. Pferdeknochen einer Fundstelle wurden auf ein Alter von 20.000 Jahren datiert. Eine der ältesten archäologischen Stätten im südlichen Yukon liegt bei Moose Lake, etwas südlich von Beaver Creek, und wurde auf etwa 10.000 Jahre datiert. Chuu Tsanh Njik (Engineer Creek): an der Mündung des Red Creek. Es war hier, wo der Willowman (Weidenmann) den Riesenbiber, der einst in dieser Gegend gewohnt hat, tötete. Vielleicht ist deswegen das Wasser im Bach rot gefärbt. Bei km 168, Dempster Highway. Chii Akàn: Dies ist das Haupthaus des Riesenbibers, der einst in dieser Gegend gewohnt hat. Es wird berichtet, dass die Biber zu einer bestimmten Zeit in der Vergangenheit den Ogilvie River angestaut hatten. Erdrutsche, die an dieser Stelle fast den Ogilvie River blockierten, verdeutlichen dies. Bei km 224, Dempster Highway. Chii Doh Deeh - Beaver House Mountain: Dies ist das zweite oder kleinere Haus des Riesenbibers, der einst in dieser Gegend gewohnt hat. Bei km 216, Dempster Highway. Bluefish Caves: Mit einem Alter von 24,000 Jahren sind die Spuren von menschlicher Anwesenheit in diesen Höhlen derzeit die Ältesten in der Neuen Welt. Diese Höhlen gaben auch signifikante Ansammlungen von Fossilien aus der ausgehenden letzten Eiszeit, zwischen vor 24,000 bis 11,000 Jahren, preis. Das Bluefish Cave Diorama in der Exhibit Hall ist nicht zu übersehen. Herschel Island: Knochen von Tierarten der Eiszeit treten gelegentlich durch Erosionsvorgänge auf Herschel Island ans Tageslicht. Pferdeknochen von hier wurden auf ein Alter von 36.000 Jahren bestimmt, Walroßknochen auf 45.000 Jahre und ein Bisonknochen von Arctic Beach wurde auf ein Alter von mehr als 47.000 Jahren bestimmt. Vor kurzem wurde ein Knochen einer Saiga Antelope auf der Insel gefunden, dessen Alter noch bestimmt werden muss. Rock River: Kreuzungspunkt des Rock River (Chii Deetak) mit dem Dempster Highway. Der rote Fleck, der in der Ferne auf den Klippen gesichtet werden kann, ist ein Ockervorkommen. Es wird gesagt, dass dieses Vorkommen die Überreste von Chiutahùukaiis Lagerfeuer seien, das er hier nach Überquerung der Richardson Mountains angelegt hatte. Chiutahùukaii ist der Kulturheld der Gwitchin-Indianer, der für das Richten" der gigantischen Tiere vor langer Zeit verantwortlich ist. Diese Tiere wurden von ihm in die heutigen Arten verwandelt. Tombstone Campground: Hier gibt es ein Informationszentrum und beringiaähnliche Landschaft. Die Umgebung birgt eine bedeutende Konzentration von archäologischen Fundorten. Dawson City: Eine Vielzahl von Fossilien wird in den Goldfeldern nahe Dawson City gefunden. Die meisten davon liegen im unteren Bereich des gefrorenen Muck", einer Schicht, die über den goldhaltigen Schichten liegt. Zu Beginn dieses Jahrhunderts berichteten die Koyukon-Indianer vom Unterlauf des Yukon, dass die Seelen der Toten flußaufwärts bis zu dem Ort, an dem heute Dawson liegt, reisen. Dort warten sie auf ihre Wiedergeburt. In der Welt danach leben sie ähnlich wie zuvor, jagen und fischen. Die Tiere, die sie jagen, wurden "Untergrundwild" genannt, ihre Knochen können überall in der Gegend um Dawson gefunden werden. Dies sind die fossilen Überreste der eiszeitlichen Tiere dieses Landes. Lassen Sie einen Besuch des Dawson City Museum mit seiner eindrucksvollen Abteilung über die Geologie der Region nicht aus. Carmacks: Einer Legende zufolge wurde am Frenchman Lake (Lutthi Män) ein Mammut getötet. Älteste der Little Salmon und Carmacks First Nations erzählen, dass, als sie Kinder waren, am Grund des Sees noch Mammutknochen gesichtet werden konnten. Planen Sie einen Besuch der Little Salmon und Carmacks First Nations Interpretive Centres. Mount Freegold: Bedeutende Fossilien werden von Goldgräbern in dieser Region gemacht. Carcross Desert: Während der letzten Eiszeit, als trockene und windige Klimabedingungen vorherrschten, stellten aktive Sanddünen stellten eine sehr gewöhnliche Landschaftsform dar. Ein Beispiel für diese einst weit ausgedehnten Dünenfelder ist die Wüste von Carcross (Carcross Desert). Ross River: Restbestände von Grasländern sind kennzeichnend für die Gegend um Ross River. Grasländer breiteten sich früher weiter aus und beheimateten bis vor etwa 200 Jahren Bisonherden. Der Tlingit-Name für Ross River, Xão Hini, läßt sich als "Büffel-Fluss" übersetzen, und erinnert somit an die Bisonherden als den letzten Widerhall der Eiszeitlebewesen. Watson Lake: Die Kaska-Indianer aus Watson Lake erzählen Geschichten von Begegnungen mit Mammuts nahe des Oberlaufs des Liard River und auf einer Klippe über dem Hyland River vor langer Zeit. Eine Geschichte beschreibt ein Mammut, das im Eis des Watson Lake einfror, als es Menschen auf eine Insel scheuchte. Das Kaska-Wort für Mammut ist negutih. Teslin: Das George Johnston Museum stellt das Leben der First Nations in der Gegend um Teslin dar. Ein Schwerpunkt des Museums ist der Indianerhäuptling George Johnston und sein Auto, das im Museum ausgestellt ist. Whitehorse: Das MacBride Museum, Old Log Church Museum und Yukon Transportation Museum sind ausgezeichnete Sehenswürdigkeiten, die zusammmen auf anschauliche Weise unsere Geschichte illustrieren. Das MacBride Museum beschäftigt sich in einer kleinen Abteilung mit der Geschichte Beringias und stellt ein Skelett eines Riesenbibers aus. Das Old Log Church Museum rühmt sich einer erstklassigen Sammlung ethnographischen Materials, während das Yukon Transportation Museum die Verkehrsgeschichte des Yukon, vom Tierhautboot bis zum Flugzeug, darstellt. Champagne: Traditionelles Dorf der First Nations und Ort der Kwäday Dan Kenji, der Menschen, die vor langer Zeit lebten". Burwash Landing: Das Kluane Museum of Natural History birgt neben vielen Exemplaren von heute im Yukon lebenden Tieren eine kleine Sammlung über die Eiszeit. Keno: Das Keno City Mining Museum zeigt unter anderem Sammlungen von vor Ort gefundenen Fossilien und informiert über die Geschichte des Silberbergbaus im Yukon. 16. Auf den
Spuren der Geschichte Entdeckungen von Fossilien und künstlichen Gegenständen stellen den Schlüssel dar, der uns die Geheimnisse der Vergangenheit erschließen lässt. Viele Goldgräber werden jedes Jahr von Paläontologen, die die Fossilienausbeute der Saison begutachten, besucht. Falls Sie ein Fossil oder künstlichen Gegenstand finden, sollten Sie die Entdeckung der Yukon Heritage Branch oder der örtlichen First Nation-Verwaltung (falls der Fund auf First Nation Land gemacht wurde) melden. Ihre Kooperationsbereitschaft könnte dazu beitragen, so grundlegende Fragen wie den Zeitpunkt der Ankunft der ersten Menschen in der Neuen Welt zu klären. Das Personal im Beringia Centre kann Ihnen helfen, mit den entsprechenden Behörden in Kontakt zu treten. 17. Forscher
bei der Arbeit Viel unseres Wissens über Beringia erhalten wir durch die Arbeit der zahlreichen Forscher. Wissenschaftler finden Spuren der Vergangenheit konserviert in fossilem Pollenmaterial, Knochen, Überresten von Insekten und Steinwerkzeugen. Diese Überreste helfen uns auch dabei, das Klima und die Lebensräume dieser einzigartigen Eiszeitwelt zu rekonstruktieren. Landschaftsformen weisen uns auf Gletscher und Gletscherseen hin. Erdreich enthält Hinweise auf Niederschläge, Temperatur und Lebewesen. Auch die First Nations (Ureinwohner) im Yukon haben wichtige Beiträge zu den Studien dieser frühzeitlichen Welt gemacht. Ihre detailierte Kenntnis der Landschaft und mündliche Überlieferungen erstrecken sich über viele Generationen zurück und helfen Wissenschaftlern, weitere Teile in das Beringia Puzzle" einzufügen. 18. Saiga
Antelope (Saiga tatarica) Ihre eigentümliche Nase ermöglichte ihnen, unter kalten und staubigen Bedingungen zu atmen eine hervorragende Anpassung an den feinen, windverfrachteten Lössstaub, der in Beringia häufig anzutreffen war. Während die Weibchen kein Gehörn aufweisen haben die Männchen dünne, geringelte Hörner. Fossilien von Saigas wurden in 13.000 Jahre alten Ablagerungen bei den Bluefish Caves gefunden. 19. Café
Beringia 20. Vorhof 21. Where
Legends Meet (Skulptur) 22. Die Eiswand Gletschereis ist üblicherweise angereichert mit Gestein und Staub. Gletscher haben eine unverwechselbare blau-grüne Farbe, die durch Kompression von Luft bei der Umformung von Schnee zu Eis hervorgerufen wird. 23. Der
Steppenbison (Bison priscus) Anstatt auszusterben hat sich der Steppenbison angepasst und in die heutigen Wald und Steppenbüffel weiterentwickelt. Die jüngsten Funde von Bisonfossilien sind etwa 8.000 Jahre alt. Wir wissen von in Kadavern erhalten gebliebenen Pflanzenresten und Pollen, daß sich der Steppenbison hauptsächlich von Gräsern ernährte. Der berühmteste Kadaver, der jemals gefunden wurde, war "Blue Babe", ein großer männlicher Steppenbison. "Blue Babe" ist etwa 31.000 Jahre alt und ein typisches Beispiel für die Erhaltung von gefrorenen Kadavern aus der Eiszeit. Blue Babe wurde von Amerikanischen Löwen getötet und sein Körper gefror schnell, als die Raubtiere daran frassen. Die Überreste des Körpers wurden schließlich von einem Erdrutsch, der Teil des Permafrostbodens wurde, begraben. Wie viele andere Funde aus der Eiszeit wurde dieser Büffel von einem Goldsucher entdeckt. Blue Babe ist jetzt im Museum der University of Alaska/Fairbanks ausgestellt. 24. Foto-Wandbild 25. Die Schneeule 26. Die interaktive
Beringia Karte 27. Gletscherlandschaft
(Wandbild) 28. Klima und
Umwelt Eisfelder formierten sich im Yukon und in Alaska am Rande Beringias. Regen und Schnee gingen in der Regel nahe der Gletscher nieder, und ein "Regenschatten" entstand im Inland. Der gleiche Effekt läßt die Schneefelder in den St.Elias-Bergen entstehen und ist für die Trockenheit im restlichen Südwest-Yukon verantwortlich. Selbst an Stellen an denen keine Gletscher vorhanden waren, verursachten hohe Berge, vom Yukon bis Zentralasien reichend, einen Regenschatten. Die Wälder, die es heute hier gibt, konnten damals aufgrund der geringen Feuchtigkeit nicht wachsen. Gräser waren allgegenwärtig, doch weite Teile des Bodens waren auch unbewachsen. Die warme, braune Erde wurde direkt von der Sonne aufgeheizt und eine extrem dünne Schneedecke im Winter ermöglichte grasenden Tieren, das ganze Jahr über hier zu leben. Ein lebenswichtiger Teil des Ökosystems Beringias war der vom Wind transportierte Staub - sogenannter Löss. Löss ist reich an Nährstoffen wie Kalium und Kalcium. Fallwinde von den Eisfeldern wirbelten diesen Staub über freiliegendem, erodierendem Gestein in den Bergen auf und verteilten ihn über dem restlichen Beringia. Dieser Effekt ist ähnlich der Ausbringung von Dünger über Feldern und Gärten. 29. Der Kurznasige
Bär (Arctodus simus) Der Kurznasige Bär war der größte und wahrscheinlich der aggresivste Land-Karnivor der Eiszeit in Nordamerika. Es scheint als ob er sich auf Beutediebstahl spezialisiert hatte, und andere Beutejäger von ihrem Fang vertrieb. 30. Beringias
Pflanzenwelt Obwohl die Vegetation Beringias von krautartigen Gewächsen und Gräser dominiert wurde, war sie ein Mosaik vieler verschiedener Pflanzen. Das Wissen über die Vegetation Beringias erhalten wir durch die Untersuchung von urzeitlichen Pollen und von Pflanzenresten selbst. Oft werden diese in gefrorener Erde aus der Eiszeit, Seenböden und sogar in den Mägen von mummifizierten Tieren der Eiszeit, wie z.B. Mammut und Bison, gefunden. In einigen Fällen ist die Konservierung dieser Überreste bemerkenswert. Beispielsweise wurden 10.000 Jahre alte Samen, gefunden in einem Lemmingnest in der Gegend um den Sixty Mile River (im Klondike Gebiet), zum Keimen gebracht und wuchsen zu gesunden Lupinen (Lupinus arcticus) heran. Eine Magenanalyse, durchgeführt an einem Mammut, zeigt auf, dass die folgenden Pflanzen zur Zeit Beringias existierten:
Die Mammutsteppenvegetation, mit ihrer Zusammensetzung aus einer Reihe von Gräsern und krautartigen Gewächsen, war in weiten Teilen Beringias, einschließlich der Landbrücke, anzutreffen In unserem Terrarium finden Sie einige der oben angeführten Pflanzen. Auch auf Ihrer Reise durch den Yukon werden Sie Vertreter dieser Arten antreffen. 31. Arktisches
Erdhörnchen (Spermophilus parryi) Die Konservierung von Kadavern durch Frost ist eine unverwechselbare Erscheinung Beringias. In den meisten Fällen bleiben weiche Gewebe nicht erhalten, da die Tiere von Aasfressern zerstört werden oder verrotten, bevor ihre Überreste verschüttet und konserviert werden. Dieses Individuum wurde uns vom Canadian Museum of Nature in Ottawa leihweise zur Verfügung gestellt. Das arktische Erdhörnchen war ein lebensnotwendiger Teil der Nahrungsketten Beringias. Es ernährte sich von Samen und Schooten und stellte Nahrung für größere Säugetiere und Vögel dar. 32. Die Fauna
Beringias (Mini-Diorama) Beringia war wahrhaftig ein Land für Monster" der Eiszeit. Die größten grasenden Tiere und ihre furchterregenden Prädatoren waren weitaus größer als jedes Tier, das heute in dieser Gegend lebt. Es gab eine überraschend große Vielzahl von Arten in dieser prähistorischen Zeit, obwohl nicht alle zur selben Zeit in Beringia lebten. Das Ökosystem Beringias war extrem produktiv, trotz der nördlichen Lage und des rauhen Klimas. Mammuts, Steppenbison und Pferde lebten während der gesamten Eiszeit im Norden. Karibous entwickelten sich in Beringia und lebten sowohl in Nordamerika als auch in Asien über fast zwei Millionen Jahre hinweg. Fossile Überreste des jeffersonschen Riesenfaultiers mit einem Alter zwischen 150,000 bis zu 130,000 Jahren wurden im Yukon und in Alaska gefunden - offensichtlich der Zeitspanne zwischen der Illinoian und Wisconsinian Eiszeit zugehörig. Der Kurznasige Bär lebte im Yukon und in Alaska von vor etwa 44,000 bis zu 20,000 Jahren - zu Beginn und während der Vorstöße der Gletscher. Saiga Antelopen waren wahrscheinlich nur während den trockensten und kältesten Perioden der letzten Eiszeit anzutreffen. 33. Die ersten
Menschen Die Fähigkeit der Menschen, sich an die Mammutsteppe anzupassen, geht zurück auf eine Reihe von kulturellen und technischen Erfindungen des Oberen Paläolith. Von maßgebender Bedeutung war die Entwicklung von verbesserten Sozialstrukturen, die die Verbreitung von Ideen und Wissen zwischen kleinen und weit verstreuten Gruppen erleichterte. Die kultivierten Formen der Kunst im Oberen Paläolith sind, im Grunde genommen, symbolische Kommunikation. Die Tradition des Geschichtenerzählens ("Storytelling") reifte ebenfalls heran - ein Mittel um wichtige Informationen zu kodieren. Die Mythen und Legenden vieler First Nation Kulturgruppen von heute sind reich an detailiertem Wissen bezüglich Landschaft, Tiervorkommen, Überlebenstechniken und sozialen Aspekten. Technologien, die für das Obere Paläolith in Eurasien und Beringia kennzeichnend sind, umfassen: geschneiderte Kleidung, Techniken der Lebensmittelverarbeitung und Lagerung, Behausungen, kontrollierter Gebrauch von Feuer, Jagdtechniken, einschließlich Umzingeln, Treiben und Fischen. "Werkzeugsammlungen" konnten viele Geräte aus Knochen oder Stein enthalten, die innovative Erscheinungen wie Miniaturisierung und Standardisierung wiederspiegeln. Diese kulturellen und technischen Eigenschaften lassen uns die Errungenschaften dieser Eiszeitmenschen des Oberen Paläoliths - der "Beringianer", die gleichzeitig die ersten Amerikaner waren - würdigen. a) Diese kleinen Skulpturen - bekannt als "Venus figurines" (Venus Figuren) wurden vor mehr als 20,000 Jahren geschaffen und wurden in einer Vielzahl von eiszeitlichen Stätten in West-, Zentral- und Ost-Europa, bis hin zu den Ostgrenzen Zentralsibiriens gefunden. b) In Höhlenmalereien der ausgehenden Eiszeit wird die enge Beziehung zwischen menschlichen Jägern und der Fauna des Eurasischen Mammutsteppenbioms reflektiert. Sehr bekannt sind die Höhlenmalereien Westeuropas; ihre Abwesenheit in Sibirien und Beringia ist wahrscheinlich auf ungünstige Konservierungsverhältnisse zurückzuführen. c) In einer Stätte am Ostufer des Yensei Flusses in Zentralsibirien wurden etwa 18,000 Jahre alte Werkzeuge gefunden, die für die fortschreitenden technischen Verfeinerungen im Oberen Paläolith charakteristisch sind. Diese Werkzeuge sind Kombinationsgeräte aus Geweih, Knochen oder Elfenbein, deren Schneidekanten durch die Einkerbung von feinen Rillen geschaffen wurden. d) Kleine Skulpturen wie diese wurden auch am Baikal See in Sibirien gefunden, und suggerieren weitreichende Verbindungen mit Eurasien. Sie reichen bis in die Zeit vor etwa 24.000 Jahren zurück und stellen zum größten Teil (meist weibliche) menschliche Gestalten, geschnitzte Miniaturvögel - die in späterer Eskimokunst wiederauftauchten - und eine Vielzahl dekorativer Anhänger dar. Besonders reizvoll ist die Tatsache, daß einige dieser Figuren Details der Kleidung aufweisen, die von diesen eiszeitlichen Jägern und Sammlern Eurasiens getragen wurde. e) Das Überleben der Menschen im nördlichen Bereich dieses eiszeitlichen Mammutsteppen-Lebensraumes hing sehr stark von der Fähigkeit, geeignete Winterbehausungen zu bauen ab. Beispiele solcher Unterkünfte, die in einigen Fällen mit Hilfe von Mammutknochen errichtet wurden (ähnlich späterer Walknochenstrukturen der Thule-Eskimo Gruppen) wurden vorwiegend im osteuropäischen Teil des Mammutsteppen-Lebensraumes gefunden. f) Die "Berelekh Mammoth-Steinzeichnungen" stammen aus der Zeit zum Ende der letzten Eiszeit und sind etwas jünger als 10.000 Jahre. Sie symbolisieren die nordöstlichsten sibirischen Kunsttraditionen, in denen Teile der Fauna der eurasischen Mammutsteppe darstellt wurden. g) Archäologen haben herausgefunden, dass Träger der Mikroklingen-Technologie in Ost-Beringia nicht alleine waren. Bereits sehr früh gab es ein breites Spektrum technologischer Vielfältigkeit im östlichen Teil des Mammutsteppen-Lebensraumes. Es gab tatsächlich andere amerikanische Ureinwohnergruppen, deren sibirische Ursprünge unentdeckt bleiben, und deren bekanntes Verbreitungsgebiet von Zentralalaska bis zu den nördlichen Ogilvie-Bergen im Yukon reicht. Diese Gruppen werden nach dem Namen der ersten Fundorte in Alaska "Nenana" genannt. Charakterisiert werden sie durch sehr unterschiedliche technologische Errungenschaften, wie beispielsweise große Schaber und Klingen, Doppelklingen, fein ausgearbeitete dreieckige Speerspitzen und eine Vielzahl von Elfenbeingeräten. h) Hier abgebildet (Photo) sind Zeichnungen einiger der künstlichen Gegenstände aus den Bluefish Caves. Sie gehören zu den ältesten dieser Art, die jemals in der Neuen Welt gefunden wurden. Mit ihrer Bezeichnung American paleoarctic" oder Dyuktai" ( für die sibirische Parallele) reichen sie zurück bis vor mindestens 13.000 Jahren und sind charakteristisch für die Mikroklingen- und Burintechnologie, die sich im letzten Jahrtausend der Eiszeit von Zentralsibirien und der Mongolei bis nach Ostberingia, sprich den nördlichen Yukon, erstreckte. Wie auch im Fall der sibirischen Kombinationswerkzeuge wurden die Mikroklingen wahrscheinlich als auswechselbare Klingen benutzt und in Griffstücke eingesetzt. Die Burins fanden Verwendung, um Knochen, Geweihe und Elfenbein zu bearbeiten und möglicherweise kleine Figuren zu schaffen. 34. Bluefish Caves
(Blaufisch Höhlen) Die drei kleinen Bluefish Caves liegen im nördlichen Yukon, 50 km südwestlich von Old Crow. Sie befinden sich am Fuß eines Kalk-Urgesteinrückens, am mittleren Abschnitt des Bluefish Rivers, etwa 200 Meter über der Talsohle. Die Szene, die im Diorama dargestellt ist, basiert auf den Resultaten, die während den sechs Sommer dauernden Ausgrabungsarbeiten gefunden wurden. Pollen, Tierknochen, Bodenablagerungen, Radiocarbon-Datierungen und kulturelle Fundstücke wurden benutzt, um eine Interpretation für die Szene, die Sie hier sehen, zu entwickeln. Die bisher zusammen-getragenen Beweise zeigen an, dass die Bluefish Caves über einen Zeitraum von 15.000 Jahren hinweg periodisch von kleinen Jägergruppen besucht wurden. Die Landschaftsdarstellung im Hintergrund zeigt Herbstvegetation, die typisch für diese Zeit war: Flussbegleitende Wälder aus gedrungenen Pappeln und Weiden sind im Tal vorzufinden, während sich Gräser und Kräuter der Mammutsteppe in den trockeneren und höheren Lagen befinden. Eine kleine Karibougruppe hält sich in der Nähe der Höhlen auf. In der Luft verteilt ist ein feiner Hauch von windverfrachtetem Staub oder Löss, aus den im Norden gelegenen Old Crow- und Bluefish-Tiefländern stammend. Damals wie heute war das Karibou ein lebensnotwendiges Tier. In dieser Szene zerteilt ein Mitglied der Jägergruppe ein Karibou mit einem Steinmesser. Der Mann, der am Eingang der Höhle kniet, ist gerade dabei, Knochensplitter von einem Mammutbeinknochen abzuschlagen. Solche Splitter, die aus dickwandigen Mammutknochen gewonnen wurden, konnten zum Zerkleinern von Jagdbeute und zum Abschaben der Häute benutzt werden. Die Kleidung, die von den Puppen getragen wird, basiert auf Stücken der Gwitchin Ureinwohner aus der Mitte des letzten Jahrhunderts. Diese kleidsamen und wohldurchdachten Kleidungsstücke repräsentieren wahrscheilich ein Grunddesign, das Wärme und Bewegungsfreiheit bietet und sich seit der letzten Eiszeit nicht wesentlich verändert hat. Die Bruchstücke von Knochen, die vor den Höhleneingängen verstreut sind, sind ein Zeichen von eventuell frühen Besuchen durch andere Jäger oder der Anwesenheit von Raubtieren und Aasfressern, die diese Felsbehausungen ebenfalls benutzten und mit den menschlichen Jägern in Konkurrenz um Nahrung standen. 35.
Steppenpferde (Equus lambei) Die bisher durchgeführten Studien zeigen, dass das Pferd ein großes, männliches Tier war und dass die Farbe seiner Haare von schwarz-braun über dem Huf über kastanienbraun bis zu blond an der Mäne reichte. Die Haut des Pferdes befindet sich derzeit im Canadian Conservation Institute in Ottawa und wird stabilisiert. Neuere Untersuchungen von Knochen, die für Datenbestimmung mittels der C14 Methode zur Verfügung gestellt wurden, zeigen an, dass das Pferd vor etwa 26,000 Jahren während einer relativ warmen Periode kurz vor dem Höhepunkt der letzten Eiszeit starb. Studien des erhaltenen DNA-Materials des Pferdekadavers zeigen an, dass das Yukon Wild Horse eng mit dem modernen Pferd verwandt ist. Diese Pferde zogen während der zweiten Hälfte der letzten Eiszeit in großen Herden über die steppenähnlichen Grasländer des nordwestlichen Nordamerikas und starben vor etwa 10,000 Jahren aus. Dank dieses Fundes konnten wir unser Wissen über diese Tierart stark erweitern und konnten ein weiteres Stück in das Beringianische Puzzle einpassen. 36. Die Ausgrabungsarbeiten
an den Bluefish Caves Obwohl der Oberboden an den Bluefish Caves kaum mächtiger als einen Meter ist, sind darin Zeugnisse von Ereignissen und Umweltbedingungen der letzten 24,000 Jahren erhalten. Die Sedimentschichten, die bei den Ausgrabungsarbeiten angeschnitten wurden gaben Informationen preis, die den Wissenschaftlern ermöglichten, die Geschichte der Höhlen erstaunlich detailiert zu rekonstruieren. Die Sedimente bestehen aus windverfrachtetem Lössstaub, der von den starken und beständigen Winden während dem Höhepunkt der Eiszeit von den spärlich bewachsenen Schwemmebenen des Bluefish River zu den 600 Meter höher gelegenen Höhlen transportiert wurde. Die Schichten über dem Löss deuten auf anderen Ursprung und anderes Klima hin. Diese Lagen haben höheren Gehalt organischen Ursprungs und weisen nach oben hin einen höheren Anteil von Kalksteinbruchstücken auf. Diese durch physikalische Verwitterung entstandenen Bruchstücke stammen von den Kalksteinwänden um die Höhlen und reflektieren das wärmere und feuchtere Klima nach der Eiszeit. In den Sedimenten sind Überreste der vormaligen Vegetation und der Tiere, die während der Eiszeit diese Gegend durchzogen, enthalten. Die Pollen- und Pflanzenreste in den Lössschichten lassen auf eine Pflanzendecke schließen, die von Gräsern und krautartigen Gewächsen dominiert war, und typisch für den Höhepunkt der Eiszeit ist. Die darüber befindlichen Lagen mit höherem organischen Gehalt deuten auf eine Vegetationsentwicklung hin, in der zuerst Zwergbirken und Sträucher, später dann Fichten auftraten. Mit dem Anstieg von Temperatur und Niederschlägen hielten nach der Eiszeit die Wälder wieder Einzug im nördlichen Yukon. Die Knochen in den Lössablagerungen stammen primär von Eiszeitspezien: Pferd, Bison, Mammut, Wapiti, Saiga Antelope und Karibou. Untersuchungen eines Pferde-Oberschenkelknochens, Mammut-Schulterbeins und weiteren Mammutknochen resultierten in Altersangaben von 13,000, 15,500 und 24,000 Jahren vor der Gegenwart, und deuten darauf hin, dass die Höhlen sowohl von Menschen als auch Tieren im letzten Abschnitt der Eiszeit benutzt wurden. Während sorgfältigen mikroskopischen Untersuchungen von Mammut-, Karibou- und Pferdeknochen, die bei den Bluefish Caves gefunden wurden, wurden Schnittstellen und Kerben gefunden. Es gibt keine Anzeichen die darauf schließen lassen, dass die Höhlen nach der Eiszeit von Menschen benutzt wurden. Die Bluefish Caves befinden sich am Fuß eines abgelegenen Kalkrückens, hoch über dem nach Norden fließenden Bluefish River, wenige Kilometer östlich der alaskanischen Grenze. Ein großer Teil der wissenschaftlichen Arbeiten ist der Rekonstruktion des beringianischen Ökosystems und der Lebensverhältnisse gewidmet. Hier sehen Sie einige Beispiele von Ausgrabungs- und Laborarbeiten im Zusammenhang mit den Bluefish Caves. Bluefish Cave 2 Ablagerungen an der Bluefish Cave 2 Frühzeitliche Umwelt Tiere der Eiszeit
Die Bluefish Caves haben ein reiches Vorkommen von Überresten von Tieren der Eiszeit enthüllt. In Ergänzung zu den hier vorgestellten Arten wurden viele andere gefunden, z.B. kleinere Karnivoren, Nager, Vögel und Fische. Die Untersuchung solcher Überreste kann uns viele Erkenntnisse über die Umwelt der Vergangenheit erschließen. Knochenansammlungen Eingekerbte Knochen Kerben und Schnitte wie beispielsweise an einem Karibou-Beinknochen sind Hinweise auf mit Steinmessern durchgeführte Metzgerarbeiten. Dieser Karibouknochen wurde mittels der C14 Methode auf ein Alter von etwa 12.000 Jahren bestimmt. Die Aufzeichnung von Informationen Mammutknochen und Splitter Steinwerkzeuge 37. Das Ende
der Eiszeit Das Ende der Eiszeit war eine Zeit geprägt durch katastrophenartige Veränderungen. Als die Eisfelder abschmolzen wurden riesige Gebiete überflutet. 38. Beringia
Mythologie -Erlebnisse des Wanderers" (Wandbild) 39.
Einführung in die Mythen des Wanderers und der Krähe Der Mythologie zufolge hat der Rabe als Schöpfer aus diesem
überflutetem Land die heutige Welt erschaffen. Zu Beginn der Welt zogen der Gwitchin Kulturheld
Chitahùukaii, (der Wanderer) und der Tutchone-Held Soh Jhee
oder Asuya (Biber Mann), über das Land um die riesigen und menschen-fressenden
Tiere in die heute bekannten Arten zu verwandeln. Wahrscheinlich beziehen sich diese
Geschichten zurück auf weit zurückreichende Erinnerungen an die "Megafauna"
der Eiszeit und die riesigen Beutejäger Beringias. Biografien der Künstler Halin de Repentigny: wurde in Montreal geboren und wuchs in the Gaspé auf. Er ist franko-kanadischer und Mohawk Abstammung. Er hatte immer eine große Vorliebe für das Leben im Busch" und begann seine Trapperkarriere im Alter von 14 Jahren. Wenn er nicht mit Trappen, Fischen, Jagen oder Hundeschlittenfahren beschäftigt ist, portraitiert er seinen Lebensstil mit Farbe und Pinsel. Von Halin stammt das Living on the land" Bild (auf Leinwand) und das große Wandbild in der Exhibit Hall, das die Geschichte von Chitahùukaii erzählt. Keith Wolfe Smarch: designte und schuf die Schnitzerei Crow Makes The World" und war Teil des Trios, das die Skulptur Where Legends Meet" schuf. Keith wurde als Sohn indianischer und deutscher Eltern im Jahr 1961 in Whitehorse in den Wolfs-Klan der Tlingit Indianer geboren. Sein indianischer Name Shuk-kaa-koon bedeutet Bergvogel". Smarch begann 1981 mit dem Schnitzen und lernte bei Dempsey Bob, einem bedeutenden, traditionellen indianischen Schnitzer aus der Pazifik Nordwest Region. Durch seine Schnitzereien entwickelte Smarch seine Identität als Tlingit-Indianer. Ein großer Teil, ein indianischer Künstler zu sein, besteht in den spirituellen Verbindungen zur Existenz und den Beziehungen, die der Kern des Überlebens der Ureinwohner sind. Aus diesen von Respekt geprägten Beziehungen entwickelten sich das Wissen, die Kultur und die ausgeprägten Überlebenstechniken unserer Nation. Unsere Beziehung zur Umwelt hat eine sehr eigenständige künstlerische Ausdrucksweise hervorgebracht." Mark Porter: Ein tragischer Brand setzte am 12. April 1999 der vielversprechenden Karriere des Tlingit-Künstlers Mark Porter ein vorzeitiges Ende. Er war der einzige Enkelsohn des indianischen Fotografen, Ältesten und Häuptlings George Johnston (nach dem das George Johnston Museum in Teslin, Yukon, benannt ist). Er begann seine Karriere als Schnitzer als Lehrling bei Keith Wolfe Smarch und wurde schnell unter seinem eigenen Namen bekannt. Seine künstlerische Ausdrucksweise basierte auf traditionellen Tlingit-Schnitzereien, Malereien und Design, und vereinigt in sich die alten Geschichten seines Volkes. Sein Talent war gemessen an seinem Alter sehr bemerkenswert. Seine Schnitzereien auf Tafeln und Masken in privaten Sammlungen vertreten - sind ausgezeichnete Beispiele für sein Talent. Seine Arbeit ist auch Bestandteil der Yukon Permanent Art Collection und kurz vor seinem Tod vollendete er seinen letzten Auftrag, ein Gemälde mit dem Titel Salmon Brings Eggs To The World" für das Poster des Commissioners Potlach. Er stand gerade vor dem Beginn von stärkerer öffentlicher Anerkennung und Interesse von führenden Gallerien. Sein Talent wird hier durch das Gemeinschaftswerk Where Legends Meet" die Bronze- und Kupferskulptur im Hof des Beringia Centre vertreten. Brian Walker: hat mit einer Reihe bekannter Künstler, unter anderem Philip Lanzé, Mark Porter, Bill Reid und Keith Wolfe Smarch, gelernt und gearbeitet. Ein Teil seiner Arbeit besteht aus Werken aus Bronze, Kupfer und Holz. Darüberhinaus hat er ein großes Interesse an alten, tradtitionellen Kanus. Er kam 1969 in den Yukon. Er lebt und arbeitet zusammen mit seiner Frau, der Weberin Ann Smith, in ihrem Heimstudio am Yukon River in Whitehorse. George Teichmann: hat einen großen Teil der im Beringia Centre dargestellten Pleistozänfauna gemalt. Unter seinen Illustrationen sind das Wollhaarmammut und der Riesenbiber in den Schautafeln der Außenanlagen, und für das Strange and Familiar Display der Hintergrund, Yesterdays Camel, der Amerikanische Löwe und der Riesenbiber. Von George stammen auch unsere beiden Beringia Poster. Teichmann besuchte die Kunstschule in Böhmen (Tschechoslovakei) von 1964 bis 1973 und die Böhmische Kunstschule für Glasgravur von 1973 bis 1976. In dieser Zeit erwarb er Anerkennung in Jury-bewerteten Ausstellungen in Budapest (Ungarn) und Sophia (Bulgarien) für seine Portraits und Tierdarstellungen. In den folgenden zehn Jahren konzentrierte sich Teichmann auf Kristall-Gravur und pflegte ein Interesse an Malereien urzeitlicher Tiere. 1984 wanderte er nach Kanada aus, lernte Englisch und finanzierte mehrere Solo-Kanutouren durch den Verkauf seiner Tiergemälde. 1990 befuhr er den Yukon von Whitehorse bis zur Mündung in die Bering See und wurde so in den Bann der Wildnis des Yukon Territoriums gezogen, dass er beschloß, hier sesshaft zu werden. Bekannt unter seinem Künstlernamen Rinaldino" spezialisiert sich George Teichmann auf die Darstellung paläontologischer Themen. Seine Arbeiten wurden vor Kurzem in Tacoma, Washington und Whitehorse, Yukon ausgestellt. Vielen Dank für Ihren Besuch und Ihre Teilnahme an dieser epischen Reise. Sollten Sie Fragen haben, sprechen Sie uns bitte an. Viel Spaß bei Ihrem weiteren Aufenthalt. |
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